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Auch im Jahr 2002 haben wir vom Amateurfunkaktivitätskreis des Stammes Anselm von
Havelberg wieder viele Dinge unternommen, über die wir berichten möchten.
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Als erstes gingen wir daran, den schon länger geplanten Umbau unseres Shacks, einem Zimmer im Turm unserer
Kirchengemeinde St. Marien, in die Tat umzusetzen. Sinn und Zweck dieser Unternehmung war es, den zur Verfügung
stehenden Raum besser nutzen zu können und Platz für eine große Arbeitsplatte (zum Basteln etc.) zu schaffen.
Dazu trafen wir uns an insgesamt 7 Terminen im März und April.
Der Startschuss erfolgte am 08.März mit dem Einkauf des benötigten Materials, vornehmlich Holz, Schrauben, Leim
und alles, was so dazugehört. Noch am selben Tag schafften wir das eben genannte ins Turmzimmer und begannen
damit, unser Shack frei zu räumen.
Im Laufe der folgenden Arbeitstage wurden die selbstgefertigten Einbauschränke versetzt, die neue Arbeitsplatte
gefertigt, unser Computer in einen ebenfalls selbstgebauten Schrank unterhalb des Stationstisches eingebaut, die
Elektrik neu verkabelt und unsere HF-Leitungen erneuert. Zu guter Letzt veränderten wir noch die Beleuchtung; die
Leistung der zentralen Deckenlampe wurde verringert und eine indirekte Beleuchtung neu installiert.
Abgeschlossen wurde der Umbau mit der Begutachtung des fertigen Zimmers am 06.April und einem sich anschließenden Grillabend.
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Nachdem diese anstrengende Arbeit getan war, hatten wir uns erst einmal eine kleine Erholung verdient. Deshalb
nahmen wir an der alljährlich stattfindenden Pfingstfahrt unseres OVs (D 06 - Spandau) vom 17. – 20.Mai teil. Ort
dieses Geschehens war Gifhorn in der Nähe von Wolfsburg (JO52GL); übernachtet wurde in einem evangelischen
Jugendheim etwas außerhalb von Gifhorn.
Am Tag unternahmen wir in dieser wunderschönen ländlichen Umgebung ausgedehnte Radtouren, am Abend setzten wir uns
gemütlich zusammen, unterhielten uns und fachsimpelten. Weitere feste Bestandteile dieser Fahrt sind Treffen mit
den ortsansässigen Funkamateuren des OVs Gifhorn, mit denen schon seit Jahren eine herzliche Freundschaft besteht.
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Leider war dieser kleine Kurzurlaub mal wieder viel zu schnell vorüber und so wappneten wir uns für die nächste
Aktion; dieses Mal nicht unter der Überschrift „Erholung“ sondern unter dem Stichwort „Öffentlichkeitsarbeit“.
Da unsere Kirchengemeinde unser Shack beherbergt und wir somit einen Teil der Gemeinde darstellen, informierten wir
im Jahr 2002 zum ersten Mal auf dem alljährlich stattfindenden
Gemeindefest
über unsere Amateurfunkaktivitäten rund um DL0AVH. Bei diesem "Fest" handelt es sich um ein Treffen der Gemeindemitglieder,
welches durch diverse Stände (Grill, Spiele für Kinder etc.) schon fast die Dimension eines Volksfestes erreicht.
Wir bereicherten dieses Fest mit einer in einem kleinen „Party-Zelt“ aufgebauten Amateurfunkanlage, die aus einer
KW-Station mit FD4-Antenne, einer Packet-Radio-Station und einer Demonstration der Funktionsweise unseres Funkrufsenders
DB0AVH bestand.
Im Laufe des Tages kamen immer wieder interessierte Gemeindemitglieder vorbei, die dann von uns in die "Geheimnisse"
des Amateurfunks eingeweiht wurden und auf diese Weise so ganz nebenbei erfuhren, was für ein seltsames Gebilde
zwischen „ihrer“ Kirchenkuppel und „ihrem“ Turm hängt.
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Da wir aber nicht nur Funkamateure, sondern auch Pfadfinder sind, sollte nach den geschilderten Amateurfunkaktivitäten
nun endlich mal eine reine Pfadfinderunternehmung, sprich ein Hike in Schweden, folgen.
Am 19.08. fuhren wir deshalb mit einem VW-Bus nach Rostock, setzten dort mit der Katamaran-Fähre nach Trelleborg über
und fuhren dann weiter nach Grövelsjön, einem kleinen Dorf in Mittelschweden an der Grenze zu Norwegen. Dort stellten
wir unseren Bus ab und wanderten auf einem selbst gesteckten Rundkurs im dortigen Naturreservat Langfjällets. Dieses
Gebiet ist so dünn besiedelt, dass man abgesehen von Pflanzen und Rentieren keine Lebewesen zu Gesicht bekommt, was zu
der unbeschreiblichen Schönheit dieser aus großen Seen, Wäldern und dem sog. Fjäll bestehenden Landschaft führt. Jedem,
der noch nicht in der Einsamkeit der schwedischen Wälder am Lagerfeuer gesessen hat, kann ich es nur wärmstens empfehlen.
Es sind Erlebnisse, die man nie vergisst.
Am 25.08. war leider wieder Schluss mit Lagerfeuerromantik und der Moloch Großstadt streckte seine Arme nach uns aus.
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Aber die nächste Aktivität ließ nicht lange auf sich warten:
Im vorangegangenen Monat hatten wir gebraucht und günstig einen Fritzel FB-33 Beam erstehen können, für den uns jetzt
nur noch der passende Mast fehlte. Da die „sehr preisgünstig“ angebotenen Maste z.B. der Firma Hummel für uns nicht in
Frage kamen und wir am Selbstbau eh Freude finden, gingen wir
nun daran, einen eigenen Mast zu konstruieren und zu bauen.
Beginnend mit dem 16.08. bearbeiteten wir an insgesamt drei langen Tagen (und Abenden) das vorher beschaffte Aluminium
und fügten es zu einem Mast zusammen. Zum Schluss kam ein dreiteiliger Alu-Mast mit einer quadratischen Grundfläche heraus,
der durch Nieten zusammengehalten wird. Die einzelnen Segmente, welche jeweils 3,30m lang sind, werden durch Schienen und
Schrauben verbunden, wobei am oberen Ende innerhalb des Mastes ein Rotor samt zentralem Oberlager zu finden ist.
Insgesamt dauerte mal wieder alles länger als geplant, so dass wir gerade noch rechtzeitig für unsere nächste Aktion fertig wurden:
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Vom 3. bis 9. September veranstalteten wir eine Fieldday-Woche, in
der neben Funken, Basteln und Grillen auch Ausbildungsbetrieb unter DN1AVH stattfand. Eine ähnliche Aktivität hatten wir schon
im letzten Jahr durchgeführt und so entstand die Idee, jedes Jahr etwas vergleichbares zu veranstalten. Zielort des Jahres
2002 war ein kleiner Ort namens Grenz (nahe Prenzlau, JO73AI), den wir und unser Material mit Hilfe eines voll beladenen
VW-Busses und einem Golf erreichten.
Abgesehen von den aktiven Funkamateuren und SWLs unseres Arbeitskreises verstärkten uns zwei weiteres SWLs, die gerade an der
Vorbereitung ihrer Lizenzprüfung arbeiten. Am Wochenende veranstaltete schließlich unser Stamm Anselm von Havelberg auf dem
selben Platz ein Wochenendlager, so dass unsere Aktion auch den richtigen Rahmen bekam.
An Ausstattung hatten wir alles dabei, was das Funkerherz begehrt:
Für Kurzwelle einen FB-33-Beam für 20, 15 und 10m auf unserem selbstgebauten Gittermast, eine FD4 für die unteren Bänder,
einen symmetrischen Dipol für 160m und eine Kenwood-Endstufe für die nötige Durchschlagskraft. Für 2m lieh uns unser OV
freundlicherweise eine Dressler-PA und 4 gestockte Flexa-Yagis auf einem 10m Mast. Für 6m (leider nur zum Hören) kam eine
4el. Yagi zum Einsatz, für Relaisfunk und Packet-Radio eine X-50 Vertikal-Antenne von Diamond. Das Funk-Equipment wurde
durch drei Computer ergänzt, die für die Packet-Radio-Anbindung und zum Loggen für die am Wochenende stattfindenden
Conteste eingesetzt wurden.
Neben den Masten bauten wir das OP-Zelt auf, welches auch als Aufenthaltsraum diente. Zum Schlafen wurden nebenbei zwei
kleinere Tunnelzelte errichtet.
Neben der „normalen“ Funkerei und dem Ausbildungsbetrieb unter DN1AVH ist noch der 2m-Contest hervorzuheben: Am späten
Abend kam es zu einer ausgeprägten Nordlichtbildung, die DL0AVH die ersten Aurora-QSO bescherte!
Unsere Fieldday-Woche endete schließlich am 9.Septemeber mit dem Abbau und der Heimfahrt.
Die Bilanz: 7 Tage Funken, hunderte QSOs, 10 neue DXCC-Länder, neue Bandpunkte vor allem auf 160m, hunderte Kilo
Ausrüstung (nicht übertrieben), etliche Meter Koax-Kabel, über 8 Kisten mit Getränken und Essen, 5 lustige Grillabende,
etwa 500km Straßenkilometer, 544 Mbyte bzw. 348 Bilder und vieles vieles mehr...
Ein ausführlicher Bericht über diesen „Funkurlaub“ findet sich auch in der CQ-DL 12/02.
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Als eines der wichtigsten Ereignisse für eine Pfadfinderclubstation ist das „Jamboree on the Air“, ein weltweites Treffen
von Pfadfindern auf den Amateurfunkfrequenzen anzusehen. Aus diesem Grund wollen wir es hier nicht nur kurz erwähnen,
sondern mit einem ausführlichen Bericht vorstellen (siehe extra Blatt).
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Um nach dem JOTA dieses ereignisreiche Jahr gebührend abzuschließen trafen wir uns schließlich am 19.Dezember zu einer
Weihnachtsfeier. Der Abend begann mit einem Essen im Lokal „Forsthaus“
und endete mit einem gemütlichen Beisammensein, während dem wir das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren ließen.
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Weitere Aktivitäten waren unter anderem:
Ständige Erweiterung der Homepage:
Sie ist unter http://www.dl0avh.de/
zu finden und enthält viele interessanten Dinge und ausführliche Schilderungen unserer mittlerweile zahlreichen
Unternehmungen.
Aufbau und Ausbau des ersten Funkrufsenders in Berlin:
Mittlerweile ist „unser“ Funkrufsender unter dem Rufzeichen DB0AVH lizensiert. Er steht auf unserem Kirchturm über dem
Glockenstuhl und strahlt durch einen Leistungsteiler und vier HB9CV-Antennen in alle Himmelsrichtungen. Auch diese
Station hat eine Homepage spendiert bekommen (http://www.qsl.net/db0avh)
und die selbstprogrammierte Software wird von Max DH7AHK ständig optimiert und mit neuen Features versehen.
Ausbildungsbetrieb unter DN1AVH:
Da wir ja seit längerer Zeit auch ein Ausbildungsrufzeichen unser eigen nennen, konnten unsere SWLs und angehenden
Funkamateure immer mal wieder praktische Erfahrungen sammeln.
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Und wie immer soll dieser Bericht mit einer kleinen Ausschau in die Zukunft enden:
Im Jahr 2003 wollen wir auf jeden Fall wieder eine Fieldday-Woche veranstalten. Dieses Mal wird sie wahrscheinlich in
Schweden stattfinden.
Darüber hinaus werden wir natürlich wieder am JOTA teilnehmen.
Und schließlich und endlich soll, sobald es warm wird, eine neue KW-Antenne auf unser Kirchendach.
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73, GUT PFAD und vielleicht hört man sich ja mal auf den Bändern.
Für den Amateurfunkaktivitätskreis DL0AVH
Thomas Margraf DL7AWO
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